G9 jetzt! BW 

Auch Gymnasiasten brauchen Freizeit

 

Warum G9? Was möchten wir erreichen?

  • Ein 9-jähriges Abitur an allgemeinbildenden Gymnasien mit der Möglichkeit, für Schüler, die es leisten möchten, auf der Überholspur (Überspringen der 11. Klasse) auch in 8 Jahren zum Abitur zu gelangen!
  • Die Qualität des neuen G9 darf nicht durch abgespeckte Lehrpläne gemindert werden!  
  • Das allgemeinbildende Abitur soll zu einer fundierten Hochschulreife führen, die keine Vor- oder Nullsemester (wie momentan unter G8 nötig geworden!) erfordert!
  • Gymnasiasten sollen wieder mehr Zeit bekommen, den Stoff zu lernen und Inhalte durch Üben/Anwenden zu vertiefen – Lernen kann man nicht im Akkord!
  • Wieder mehr Zeit und Möglichkeiten für Gymnasiasten, sich am Nachmittag sportlich, musikalisch, sozial, politisch, kirchlich oder für Natur und Umwelt zu engagieren (=außerschulisches Lernen und Reifen!)
  • Die Vermittlung der Lerninhalte zum geeigneten Entwicklungszeitpunkt der Schüler, durch die Beschleunigung im G8 ist dies (besonders in Deutsch, Gemeinschaftskunde) häufig nicht mehr gegeben!

Wir setzen uns für ein zeitgemäß reformiertes 9-jähriges Lernen und Reifen an allgemeinbildenden Gymnasien in BW ein!

es gibt ca. 370 allgemeinbildende Gymnasien in BW, es werden dort ca. 300.000 Schüler unterrichtet – wie viele Elternteile können wir hiervon mobilisieren? 

Gute Bildung braucht Zeit - wieder 9 Jahre bis zum Abitur! In der aktuellen Situation erst recht!
Wir fordern die sofortige Umstellung der jetzigen Klassen 5-11 auf:
G9 - qualitativ hochwertig und zeitgemäß reformiert an allen allgemeinbildenden Gymnasien in Baden-Württemberg
und die Möglichkeit eines G8 (auf der “Überholspur” - durch Überspringen einer Klasse) nur für die Schüler, die es leisten möchten.
Die coronabedingte Ausnahmesituation verschärft die Mängel des G8 – es leidet besonders die Bildungsgerechtigkeit, schon im Regelunterricht des G8 werden Kinder bildungsferner Familien benachteiligt (Quelle:  https://www.zew.de/de/presse/pressearchiv/hoehere-lernintensitaet-verringert-chancengerechtigkeit/ )

Die Schulschließungen zwingen alle Beteiligten dazu, über grundsätzliche und gerechte Lösungen nachzudenken.

Schüler, Schulen und Lehrkräfte brauchen mehr Zeit, um den versäumten Stoff nachzuholen. Zudem wird es immer wieder zu vorübergehenden Klassen- und sogar Schulschließungen kommen.
Der Lehrermangel wird durch die notwendige Freistellung der Lehrkräfte mit erhöhtem Risiko weiter zugespitzt.


Auch vor Corona war das G9 ein Thema:

Warum fordern wir das G9? Was ist uns wichtig?

  1. Es gab keinen pädagogischen Grund für die Einführung von G8, bisher konnte noch kein einziger plausibler Vorteil für unsere Kinder aufgezeigt werden, dafür eine ganze Reihe von Nachteilen!
  2. Das allgemeinbildende Abitur sollte wieder zu einer fundierten Hochschulreife führen, die keine aufs Studium vorbereitenden Nullsemester (wie wegen zahlreicher Defizite unter G8 nötig geworden) erfordert! Kinder besitzen ein Recht auf Bildung! https://kirschsblog.wordpress.com/2014/09/01/die-frustration-der-g8-absolventen-im-studium-bildungsforscher-uber-die-grunde-fur-verstehendes-lernen-und-kritisches-hinterfragen-bleibt-im-g8-keine-zeit/
  3. Gymnasiasten sollten wieder mehr Zeit bekommen, den Stoff zu lernen und Inhalte durch Üben/Anwenden zu vertiefen – Lernen kann man nicht im Akkord!
  4. Den 9jährigen Weg zum Abitur darf es nicht nur für Real-/Gemeinschaftsschüler und die örtlich privilegierten Schüler, die eine der wenigen G9-Modellschulen besuchen dürfen, geben! Gleiche Chancen für alle!
  5. Die Vermittlung der Lerninhalte zum geeigneten Entwicklungszeitpunkt der Schüler - durch die Vorverlegung im G8 ist dies (besonders in Deutsch, Gemeinschaftskunde) häufig nicht mehr gegeben. Erst mit der nötigen Reife können z.B. komplexere Lektüren oder auch historische Zusammenhänge in alles Aspekten (gesellschaftlich, politisch, moralisch, philosophisch o.ä.) bewertet und verstanden werden.
  6. Unter dem G8 leiden besonders die Jungen, die durch eine spätere Pubertät in der extrem verdichteten Mittelstufe/ Oberstufe häufig noch nicht maximal leistungsbereit sind und insgesamt schlechter abschneiden! https://www.news4teachers.de/2016/07/gastbeitrag-acht-gruende-warum-jungen-das-schwache-geschlecht-in-der-schule-sind-und-was-wir-dagegen-tun-koennen/
  7. Wieder mehr Zeit und Möglichkeiten für Gymnasiasten, sich am Nachmittag sportlich, musikalisch, sozial, politisch, kirchlich oder für Natur und Umwelt zu engagieren (=außerschulisches Lernen und Reifen!) Das Gymnasium wurde klammheimlich zur Ganztagsschule umgewandelt! Schüler aber auch Lehrer sind mit 10 Stunden Tagen - mit Unterricht bis nach 17 Uhr überfordert!
  8. Zeit und Raum für die Persönlichkeitsentwicklung und das Finden der eigenen Neigungen und Talente, nach Einführung von G8 hat sich die Quote der Studienabbrecher und -wechsler um ca. 15% erhöht. http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2017-05/abitur-g8-pause-studiumswechsel-studiumsabbruch
  9. Aktuelle Studien weisen daraufhin, dass eine längere Schulzeit bei gleichem Lernstoff möglicherweise zu höheren Intelligenzwerten führt! Diese Ressourcen darf man unseren Kindern und unserer Volkswirtschaft in BW nicht vorenthalten! https://www.dgps.de/index.php?id=143&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1829&cHash=40f4fcf6ddaffc629b9370f6e6232dbf
  10. Schüler aus BW sollten im deutschlandweiten Vergleich keine höheren Hürden überwinden müssen: unsere Schüler müssen sich im Wettbewerb um Studien-/Ausbildungsplätze mit vielen benachbarten Bundesländern messen, die bereits auf G9 umgestellt haben und/oder Abitur- und Anrechnungsmodalitäten anwenden, die zu besseren Notenschnitten im Abitur führen.
  11. BW darf sich durch Beibehaltung des G8 nicht weiter bundesweit abgrenzen: unser Bundesland sollte auch für Familien aus anderen Regionen ein attraktiver Standort mit hoher Lebensqualität bleiben! Die meisten "alten" Bundesländer haben mittlerweile die Umstellung auf G9 erfolgreich praktiziert und dies teilweise sogar bis zur Mittelstufe.
  12. Ein entspannteres Großwerden in einer Gesellschaft, die ohnehin immer leistungsorientierter wird, auch gerade den Versuchungen der digitalen Medien kann man nur gefestigt erfolgreich widerstehen.
  13. Junge Menschen benötigen ein stabiles Fundament, um in der Arbeitswelt - möglicherweise bis zu einem Alter von 70 Jahren - gesund und belastbar bleiben zu können.
  14. Kinder sind unsere Zukunft - man sollte umsichtig mit ihnen umgehen, ihre Bedürfnisse dürfen auf keinen Fall wirtschaftlichen Interessen geopfert werden! Eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit um etwa 12% - wie unter G8 geschehen - ist niemandem zumutbar! Wir Eltern müssen unseren Kindern eine starke Lobby sein und ihre Interessen mit Nachdruck vertreten!


Warum eine Schulart, die ohnehin attraktiv ist, noch besser stellen?

Ganz einfach, weil wir es den Schülern schuldig sind, viele der G8 Befürworter, hatten selbst noch das Privileg nach G9 unterrichtet zu werden

……Kopfschmerzen, bulimieartiges Auswendiglernen - um alles am nächsten Tag auszuspucken- und dann zu vergessen, häufige Absagen an Freunde und den Fußballtrainer, das Instrument auf dem Speicher verstaut, kaum noch einen freien Kopf am Wochenende……. Der Tag hat auch unter G8 nicht mehr als 24 Stunden.

Selbst sehr gute Schüler sind mit einer 36-Schulstunden-Woche zeitweise überlastet. Bei der Umstellung von G9 auf G8 wurde das “gesparte” Jahr auf die verbleibenden umgelegt - dies führte zu einer unverhältnismäßigen Anzahl von Wochenstunden für unsere Gymnasiasten. 

Fatalerweise macht sich die Verdichtung besonders in der Mittelstufe bemerkbar, einer vulnerablen Lebensphase der Heranwachsenden, die von der Suche nach der eigenen Persönlichkeit, Gefühlsschwankungen, Abgrenzung von den Eltern, Widerstand……geprägt ist. Zeit, Ruhe und Geduld sind - oder besser wären- jetzt eine große Hilfe. Für die ganze Familie! Und für die Lehrer!

Als Grund der Reform wird von Bildungspolitikern immer wieder die “internationale Wettbewerbsfähigkeit” angeführt, die für Deutschland angeblich nur durch den 8jährigen Weg zum Abitur gesichert werden kann!

Pädagogen und Entwicklungspsychologen wurden dazu nicht befragt, auf Empfehlungen der OECD oder Bertelsmann Stiftung dafür umso mehr gehört…..!

Alle Anpassungsversuche gehen zu Lasten der Schüler - ist es heute nicht mehr notwendig Schulstoff durch Übung zu vertiefen oder benötigen die heutigen Schüler weniger Zeit, um Vokabeln zu beherrschen?

Die Antwort der Politik war bisher lediglich, Schulstoff zu streichen - in manchen Bereichen vielleicht ganz sinnvoll, doch bei Sprachen und den naturwissenschaftlichen Fächern eher eine fragwürdige Lösung. 

Kinder haben ein Recht auf Bildung - vieles erfahren und ausprobieren zu können sollte Privileg der Kindheit sein und bleiben.

Ihnen ein Jahr ihrer Kindheit wegzunehmen, um sie früher dem Arbeitsmarkt zuzuführen, da wir doch ganz genau wissen, dass sie mindestens bis zum Alter von 70 Jahren arbeiten werden, ist nicht nur unfair sondern schon fast zynisch! Zumal die wenigsten tatsächlich früher mit einer Ausbildung/Studium beginnen.

Unsere Kinder sind keine Versuchskaninchen der Schulvarianten! Sie benötigen Zeit, Zeit sich selbst zu finden, Zeit sich zu engagieren, Zeit für Ihre Umwelt und nicht zuletzt, Zeit um Kind sein zu dürfen und auch zu können. Diese grundsätzlichen Bedürfnisse dürfen auf keinen Fall wirtschaftlichen Interessen untergeordnet werden!

Wir Eltern müssen unseren Kindern eine starke Lobby sein!

Deshalb fordern wir ein zeitgemäß reformiertes G9, nicht das gedehnte G8 der 44 Modellschulen, außerdem ein flexibles Nachmittagsangebot.
Für Schüler, die das wünschen und leisten können, sollte es die Möglichkeit geben, eine Klasse zu überspringen und somit auf der “Überholspur” in 8 Jahren zum Abitur zu gelangen, wie es auch in Bayern geplant ist.
Damit könnte man den Bedürfnissen aller Gymnasiasten gerecht werden!

Helfen Sie mit – gerne aktiv: es gib viel zu tun, von Umfragen organisieren, die Rückmeldungen auswerten, und natürlich unsere Initiative möglichst flächendeckend in ganz BW zu verbreiten!


Verlierer des G8


- Fremdsprachen: den Schülern bleiben in der Mittelstufe 3 Schulstunden, um eine Fremdsprache zu erlernen

- G8 benachteiligt die Jungen. Jungen benötigen in der Pubertät mehr Zeit als Mädchen, um den gleichen Bildungsstand in der Schule zu erreichen. Die Folge sind eine höhere Sitzenbleiber-quote, höherer Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss, schlechtere Abiturnoten.

- Die Universitäten beklagen eine immer geringere Studierfähigkeit der Erst-semester. Die Folge sind Einführung von Eingangsprüfungen und „Vorsemestern“. 

- Musikschulen  erleben verstärkt, dass Ihnen die "Mittelstufen" und "Oberstufenkinder" aus Zeitmangel fernbleiben. 

- Vereine erleben Ähnliches wie die Musikschulen, dabei ist der körperliche Ausgleich sowohl für die Entwicklung des Geistes, als auch für die Entwicklung des Körpers eklatant wichtig.



  


  




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