G9 jetzt! BW 

Auch Gymnasiasten brauchen Freizeit

Das Kultusministerium spricht nach wie vor von einigen wenigen Familien, die mit G8 nicht zurecht kommen.

Wenn Sie eine andere Antwort bekommen, können Sie uns diese gerne mailen - Danke!


Dies ist die standardisierte Antwort:  Kultusministerium Mai 2017 , hierin wird die Studie der Uni Tübingen erwähnt und sich daran angelehnt:   Konsequenzen_der_G8-Reform - wer nicht so viel Zeit hat - hier gibts 2 Auszüge aus der Kurzfassung:  


"...Zudem ist zu bedenken, dass für den Erwerb von Kompetenzen in Englisch das außerschulische Lernen eine große Rolle spielt, so dass die Unterschiede zumindest teilweise auch direkt den Altersunterschied der Abiturienti­nnen und Abiturienten in G8 und G9 widerspiegeln könnten...."  

"...Die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler gab an, sich insgesamt nicht oder wenig beansprucht zu fühlen. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch im Hinblick auf das gesundheitliche Wohlbefinden. Bei den G8-Abiturienteninnen und Abiturienten fanden sich allerdings im Durchschnitt statistisch signifikant höhere Werte. Dieser Befund könnte u.a. objektive Unterschiede in der Beanspruchung zwischen den Abiturientenkohorten widerspiegeln, eine Folge des Altersunterschieds zwischen den Schülerinnen und Schülern in G8 und G9 darstellen oder auch primär das Resultat öff­entlicher Diskussionen und Vermutungen über eine höhere Belastung in G8 sein, die sich in entsprechenden Selbstzuschreibungen niedergeschlagen haben könnten... "    Auszüge aus dem sog.  executive summary 


Unser Kommentar zu dieser Studie:

Warum wurden lediglich Abiturienten befragt und miteinander verglichen?

Diese Studie vergleicht das Freizeitverhalten, die Leistungen und das gesundheitliche Befinden der Abiturienten in G9 und G8.
Nun mussten und müssen sich natürlich auch Abiturienten unter G9 in ihrem letzten Schuljahr auf die Reifeprüfung vorbereiten und empfinden einen gewissen Stress - man braucht also kein Bildungswissenschaftler oder Prophet zu sein, um zu ahnen, dass sich in diesem Schülerjahrgang die geringsten Unterschiede zwischen beiden Gruppen zeigen werden! 
Zumal die eigentlichen “Opfer” des G8 bis zur Oberstufe bereits die Schule gewechselt haben und damit praktischerweise aus der Befragung ausselektiert wurden.

Warum ist die Interpretation der Ergebnisse gespickt mit argumentativen Klimmzügen im Konjunktiv, die allzu bemüht versuchen, den Verdacht von G8 als Ursache negativer Folgen abzulenken?
Natürlich undenkbar, dass sich darin möglicherweise eine zumindest partiell der politischen Ausrichtung der Auftraggeber der Studie geschuldete diskrete, manches teilweise vernebelnde Tendenz in eine Richtung widerspiegelt oder auch primär sich u.a. das Resultat interner Gespräche mit der Landesregierung über den politischen Nutzen von G8 in einer entsprechenden Selbstzuschreibung der Rolle des Reformretters niederschlägt.

Dennoch finden wir, dass in einer Studie, die zur Beurteilung der Konsequenzen von G8 herangezogen wird, auch bzw. besonders Schüler der Unter- sowie der besonders verdichteten Mittelstufe und deren Eltern befragt werden sollten!
(wie  z. B. “ G8 und mehr” Umfrage der Landeselternschaft der Gymnasien NRW e.V. von Prof. Dr. Rainer Dollase - hier gehts zur Studie)

Hilfreich wäre auch, wenn man die Beschreibung der untersuchten Schülergruppen und die Darstellung der Studienergebnisse klar, deutlich und für alle Bevölkerungsschichten nachvollziehbar formulieren würde!



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